Am 7. Januar 1844 zu Lourdes geboren war Bernadette Soubirous ein häufig kränkelndes Kind.
Als 14-jähriger erschien ihr die Gottesmutter Maria in der Grotte von Massabielle insgesamt 18mal.
Erstmals am 11.02.1858, als sie mit ihren Geschwistern Brennholz sammelte.
Die "Dame" in überirdischem Licht (Bernadette wußte nicht, daß es sich um Maria handelte) bedeutete ihr, den Rosenkranz
zu beten und verschwand nach dem Gebet.
Nachdem die Kinder davon zu Hause erzählt hatten machte Bernadette am 14.Februar eine
Probe mit Weihwasser, wobei sich die "Dame" ehrfürchtig davor und vor Gottes Namen verneigte.
Die Begleiter sahen allerdings nur den Glanz in Bernadettes Antlitz und nicht die Erscheinung.
Am 18.02. wurde sie von Bekannten begleitet. Maria sprach diesmal zu ihr, daß sie sich 14 Tage
lang täglich einfinden möge, daß sie viele Leute an diesem Ort zu sehen wünsche, und auch die Worte: "Ich
verspreche Ihnen nicht, Sie in dieser Welt glücklich zu machen, wohl aber in der anderen."
Am nächsten Tag kamen an die hundert Menschen zum Gebet mit, worüber Maria erfreut war.
Dämonische Einwirkungen, die im Umfeld Einfluß erhalten wollten, wurden von der Gottesmutter gebieterisch im Keim gestoppt.
Tags darauf lehrte Maria Bernadette ein ganz persönliches Gebet, um sie vor den kommenden Gefahren zu schützen.
Am 21.02. wurde Bernadette dann abends vom Polizeikomissar einem Kreuzverhör unterzogen; es gelang ihm
jedoch nicht, sie in Widersprüche zu verwickeln.
Ihr Vater verbot ihr, weiterhin zur Grotte zu gehen, hob dieses Verbot jedoch einen Tag später wieder auf.
Am 23.02. sandte Maria sie zu den Priestern, damit eine Kapelle errichtet würde.
Der herzensgute und sittenstrenge Pfarrer stellte jedoch die Bedingung, daß zum Zeichen der Echtheit der
Rosenstrauch bei der Grotte zu blühen beginnen solle.
Als tags darauf der Rosenstrauch nicht blühte war der Glaube des anwesenden Volks trotzdem
nicht erschüttert.
Nachdem ihr Maria in ihrer 9.Erscheinung am 25.02. bereits ein drittes Geheimnis, das Bernadette niemandem sagen durfte,
anvertraut hatte, wurde sie angewiesen, aus einer Quelle, die sie in der Grotte erst ergraben mußte, zu trinken, und von den
Kräutern ringsum zu essen.
Die Quelle begann immer stärker zu strömen.
Auch wenn die Erscheinung tags darauf ausblieb, so ereignete sich doch ein Wunder: der Steinbrecher
Bouriette wurde durch des Quellwasser von einem Augenleiden befreit.
Maria gemahnte auch weiterhin zur Buße der Sünder.
Nunmehr waren auch Ordnungshüter bei der Grotte anwesend.
Ein weiteres strenges Verhör vom kaiserlichen Prokurator zeitigte auch diesmal kein Fehl.
Am 02.03. wünschte Maria, daß man in Prozessionen zur Grotte ziehe.
Als am 04.März die 14 Tage verstrichen waren hatte Maria ihren Namen noch immer nicht genannt.
An diesem Tag der 15.Erscheinung waren an die 20000 Leute anwesend.
Abermals fand eine Heilung statt: abends ein 2-jähriges Kind.
Am 25.März, ein Marienfeiertag, erschien sie Bernadette wieder.
Nach dreimaliger Bitte, ihren Namen zu nennen, bezeichnete sich Maria als die
"Unbefleckte Empfängnis". Da die "ungebildete" Bernadette diese vom Papst vier Jahre zuvor
verkündete Bezeichnung nicht kennen konnte, war auch der Pfarrer überzeugt.
Bei der nächsten Erscheinung am Ostermontag, dem 05.April, hielt Bernadette in ihrer Andacht ihre Kerze derart,
daß ihre Hand eine längere Dauer in der Kerzenflamme war. Es konnte nicht das geringste Anzeichen
einer Verbrennung erkannt werden.
Dann schlug der Unglaube zu: Bernadette wurde psychiatriert, alles wurde mit natürlichen
Kräften erklärt, und die Grotte schließlich am 08.Juni unzugänglich gemacht.
Ihre 18.Erscheinung hatte Bernadette am 16.Juli: nach dem abendlichen Kirchgang vernahm sie die
Einladung zur Grotte zu kommen.
Obwohl sie nur am Ufer der in der Nähe befindlichen Gave knien konnte, und Maria kein Wort sprach,
kam sie ihr schöner und lieblicher vor als je zuvor.
Als Ende September des Kaisers Sohn von einer gefährlichen Erkrankung durch Kräuter aus der
Grotte genas befahl er deren Öffnung.
Der Bischof von Tarbes, welcher durch eine Untersuchungskommission alles genau erheben ließ,
anerkannte drei Jahre später die Marienerscheinungen an der Grotte von Massabielle als
glaubwürdig, gestattete die Verehrung Marias und plante den Bau einer Kirche.
Heute besuchen jährlich Millionen diese Wallfahrtsstätte.
Bis 1960 wurden über 5000 Heilungen gemeldet, von denen 58 als echt anerkannt sind.
Am 08.Juli 1866 trat Bernadette als Schwester Marie-Bernard bei den "Soers de la Charité" in das Kloster
zu Nevers an der Loire ein.
Sie litt viel unter dem Unverständnis der anderen Schwestern und auch körperlich.
Am 16.April 1879 verstarb sie im 35.Lebensjahr, ihr Leichnam blieb jedoch unverwest
und liegt in der Klosterkirche zu Nevers.
1925 wurde Bernadette Soubirous selig- und 1933 heiliggesprochen.