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Die steinerne Jigrindel (Charles Medwin Dalwes)

Es war einmal ein wunderschöner, großer Wald. In diesem Wald wohnten Zwerge, Elfen und Feen, Kobolde und viele, viele Tiere. Tief im Inneren dieses Waldes aber lag ein großes Schloss, welches die alte Hexe Jigrindel bewohnte.

Eines Tages sprach die Hexe Jigrindel einen mächtigen Zauber und legte alle Waldbewohner unter einen Bann. Sie sperrte Zwerge, Elfen und Feen, Kobolde und alle Tiere des Waldes in ihrem Schlossgefängnis ein.
Dunkelheit verbreitete sich in dem einst so grün aufblühenden Wald. Es wurde bitterkalt, und die Bäume verloren all ihre Blätter und wurden kahl und traurig.
Doch die Hexe Jigrindel hatte ein kleines, junges Eichkätzchen vergessen. Traurig lief dieses Eichkätzchen in dem Wald umher und suchte seine Eltern.
Da erschien ihm eine gute Fee, welche zu ihm sprach: "Fürchte dich nicht. Deine Eltern und Geschwister wurden von der Hexe Jigrindel gefangen und werden in dem Schlossgefängnis festgehalten. Du musst ein Mädchen von reinem Herzen finden. Nur sie kann alle Waldbewohner retten."
Die gute Fee gab dem Eichkätzchen einen goldenen Schlüssel und verlieh ihm Zauberkräfte, um sich in alles zu verwandeln zu können.
Das kleine Eichkätzchen machte sich auf die Suche nach einem Mädchen. Doch es wurde immer kälter und das Eichkätzchen fand nichts mehr zu essen. Es bekam hohes Fieber und wurde sehr krank und müde.

Eines Nachts aber suchte Rätselmarie nach Pilzen in dem Wald. Sie blickte hinter jeden Stein und jeden Grashalm, als sie das kleine Eichkätzchen sah. Rätselmarie nahm es sofort auf ihre Arme und trug es zu sich nach Hause.
Sie fütterte es und saß jede Nacht neben dem Eichkätzchen und erzählte ihm Geschichten über edelmütige Prinzen und wunderschöne Prinzessinnen.

Nach wenigen Tagen nur war das Eichkätzchen wieder gesund. Aufgeregt erzählte es von dem wunderschönen Wald und der Hexe Jigrindel. Es bat Rätselmarie innig um Hilfe: "Du musst uns Waldbewohnern helfen, bitte. Jedoch kann ich dich nur zu dem Schloss führen. Du musst alleine hineingehen und uns retten."
Warmherzig blickte Rätselmarie das Eichkätzchen an und gab ihm ihr Wort.

Noch am selben Tag führte das Eichkätzchen Rätselmarie in den Wald und zu dem Schloss. Dort übergab es ihr den goldenen Schlüssel und verzauberte sich zu einem Spiegel.
Rätselmarie nahm beides an sich und trat in das Schloss ein. Die alte Hexe Jigrindel stand in der Halle aus Silber und winkte Rätselmarie zu sich. Dann fragte sie: "Mädchen, was suchst oder wünschst du hier?"
Rätselmarie erzählte der Hexe Jigrindel von dem kleinen Eichkätzchen und dass sie gekommen sei, um alle Waldbewohner zu retten.
"Du sollst alle erretten", sprach die Hexe, "wenn du mir folgendes Rätsel lösen kannst. Du darfst drei Mal raten. Wenn es dir gelingt, das Rätsel richtig zu erraten, so werde ich dich vorbei lassen und du darfst alle retten. Wenn jedoch keine deiner Antworten richtig sein sollte, so werde ich dich für immer zu Stein erstarren lassen. Doch nun das Rätsel: Was ist geringer als ein König und doch über ihm?"
Rätselmarie überlegte kurz und sagte dann: "Der Himmel."
"Nein. Noch zwei Mal darfst du raten.", sagte die Hexe Jigrindel.
"Die Sonne?", fragte Rätselmarie.
"Nein. Noch ein Mal darfst du raten. Ist es jedoch die falsche Antwort, so werde ich dich für alle Zeiten zu Stein verwandeln!", sagte die Hexe.
Rätselmarie überlegte einmal und sagte dann: "Die Krone!"
Wutentbrannt stampfte und schrie die alte Hexe Jigrindel herum. Kurz darauf beruhigte sie sich wieder und sagte: "Richtig. Du darfst nun in das Schlossgefängnis."
Rätselmarie machte sich auf den Weg, als die Hexe Jigrindel einen Zauber sprach. Schnell drehte sich Rätselmarie um und hielt den Spiegel hoch. Der Zauber der alten Hexe prallte am Spiegel ab und traf die Hexe selbst. Schnell wurde die alte Jigrindel zu Stein. Rätselmarie aber betrat das Schlossgefängnis und öffnete den Kerker mit dem goldenen Schlüssel.

Fortan lebten alle Zwerge, Elfen und Feen, Kobolde und Tiere des Waldes glücklich. Der Wald blühte wieder auf und das Eichkätzchen wurde wieder zurückverwandelt. Und wenn sie nicht gestorben sind, so leben sie noch heute.

© Charles Medwin Dalwes

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